peru-fahne-016-wehend-animiert-transparent-019x025_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de deutschland-fahne-016-wehend-animiert-transparent-017x025_flaggenbilder.de.gif von flaggenbilder.de








Lebensbedingungen

Die Bevölkerung der Gemeinde von Ocongate besteht zu etwa 82% aus Indigenas - in Peru wird der Begriff “Indio” meist abwertend gebraucht. Sie sprechen die alte Indianersprache Quechua (externer Link zum Quechua) und werden deshalb von den Mestizen und den hellhäutigen Nachfahren der spanischen Eroberern oft verachtet.

Im Hauptort Ocongate (ca. 1000 Einw.), der an der Durchgangsstraße in den Regenwald liegt, leben vor allem spanisch sprechende Mestizen.                      

Hier gibt es auch elektrisches Licht, fließendes Wasser und ziegel- oder blechbedeckte Steinhäuser mit richtigen Fensterscheiben und einige kleine Geschäfte und Garküchen. Die abseits liegenden sehr kleinen Dörfer oder Weiler (spanisch: Comunidades) haben wenig Infrastruktur, die Häuser dort sind aus Adobe (Lehmziegel) gebaut und oft noch mit Stroh gedeckt. 


                 

Während die Einwohner des Hauptortes sich auf dem Markt versorgen können, ernähren sich die quechuasprechenden Bewohner der Comunidades ausschließlich von Kartoffeln aus dem eigenen Anbau und hin und wieder von dem Fleisch ihrer Weidetiere. Die spärliche Puna-Vegetation oberhalb von 4000 Metern kann nur noch Lamas, Alpakas und Schafe nähren. Große Teile der Bevölkerung sind fehlernährt und haben eine Lebenserwartung von unter 50 Jahren. Die hohe Sterblichkeit im Kleinkind-Alter ist vor allem durch Lungenentzündungen verursacht. Die Häuser haben keine Heizung trotz großer Nachtfröste und heftiger Regenfälle. Haupttodesursache bei Erwachsenen ist Darmverschluss auf Grund der einseitigen Ernährung.

Im Hauptort Ocongate gibt es inzwischen eine staatliche Krankenstation, zu der die Patienten aus den Comunidades allerdings nur in mehrstündigem Fußmarsch gelangen können. Die Ausstattung dieser Stationen erlaubt es nicht alle Krankheiten und Notfälle zu behandelt.
Bei Komplikationen bei der Geburt z.B müssen Frauen in das nächste Krankenhaus gebracht werden, und das ist in Cusco (Entfernung 80 km).

Im Flußtal des Hauptortes Ocongate werden in der Regenzeit neben Kartoffeln auch Mais, Gerste und Hafer angebaut, auf winzigen Feldern auch Zwiebeln und Karotten. Oberhalb von 4000 m wachsen nur noch Kartoffeln. Eine Bauernfamilie (campesinos) besitzt dort durchschnittlich weniger als einen Hektar Ackerland, auf dem nur alle sechs bis sieben Jahre Kartoffeln gepflanzt werden können, dazwischen muß der Boden zur Erholung brach liegen.

Die kargen Böden ermöglichen also nur mit Mühe ein Überleben. Grundnahrungsmittel sind recht teuer. Obst, Gemüse und Milch sind Luxusgüter. Die Campesinos besitzen nur das an Kleidung, was sie am Leib tragen und die Sandalen sind meist aus alten Autoreifen hergestellt. Die Landflucht ist groß, denn viele Jugendliche verlassen die Dörfer und versuchen ihr Glück in der Stadt.